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Verpackte Lebensmittel: Hersteller müssen über Nährwerte ihrer Produkte informieren

Stand:

Seit dem 13. Dezember 2016 müssen auf den Verpackungen von Lebensmitteln sieben verschiedene Nährwerte genau angegeben werden. Das gilt in der ganzen EU -– und auch, wenn Lebensmittel übers Internet verkauft werden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bis jetzt meist freiwillige Angaben zu Fett, Zucker, Salz und Co. sind nun verpflichtend – und das EU-weit einheitlich.
  • Eine Ampellösung gibt es aber weiter nicht: Ob ein Produkt hohe oder geringe Mengen dieser Stoffe enthält, ist darum nicht unmittelbar zu erkennen.
  • Nahrungsmittel, die vor dem 13. Dezember 2016 in den Handel gekommen sind, dürfen im Jahr 2017 noch verkauft werden.
Toastbrot mit Nährwertangaben auf der Verpackung
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Einige Lebensmittelhersteller haben es schon freiwillig gemacht, jetzt ist es für alle Pflicht: Auf Verpackungen müssen detaillierte Nährwerte stehen. Brennwert, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salzgehalt des Produkts müssen angegeben werden. Dargestellt sein müssen sie in der Regel als Tabelle.

Die Angaben müssen sich auf 100 Gramm oder 100 Milliliter des jeweiligen Lebensmittels beziehen. Die Hersteller können außerdem zusätzliche Angaben pro Portion machen.

Ausnahmen von der Regel

Die verpflichtende Nährwertkennzeichnung gilt grundsätzlich für jede vorverpackte Ware. Lose Ware und Lebensmittel, die zum unmittelbaren Verkauf vorverpackt werden, wie Pralinen oder Teegebäck, sind von der Regelung ausgenommen. Eine Ausnahme bilden auch alkoholische Getränke (obwohl diese oft besonders viel Energie beinhalten und damit potenzielle Dickmacher sind).

Außerdem müssen Kleinverpackungen nicht beschriftet werden, deren größte Oberfläche weniger als 25 Quadratzentimeter beträgt (in etwa eine große Streichholzschachtel).

Zuckerbomben, Fettfallen oder Salzreiches immer noch nicht leicht zu erkennen

Auch mit der neuen Regelung können Hersteller durch freiwillige Portionsangaben tricksen. Denn noch können sie diese Portionen selbst festlegen. Kleine, oft unrealistische Portionsgrößen wie 1/3 einer Pizza verzerren das Bild.

Außerdem können zum Beispiel Frühstückscerealien, die sich in der Aufmachung speziell an Kinder richten, pro Portion (40 Gramm) ganze zehn Gramm Zucker enthalten. Für Erwachsene ergibt das zwar nur elf Prozent der Tageszufuhr - was dann als Wert auf der Verpackung steht. Doch kleine Kinder decken mit der Zuckermenge bereits ein Drittel ab.

Den Verbraucherzentralen geht die neue Regelung darum nicht weit genug. Wir fordern weiterhin eine leicht verständliche Nährwertampel. Mit den Farben Rot, Gelb und Grün ließe sich schnell erkennen, ob Lebensmittel z. B. viel Zucker oder Fett enthalten.

Zutaten, Allergene und Haltbarkeit sind weitere Pflichtangaben

Lebensmittel, die noch vor dem 13. Dezember 2016 in den Verkehr gebracht wurden und noch keine Nährwertangaben tragen, dürfen noch verkauft werden, bis die Bestände aufgebraucht sind.

Was Hersteller bei Lebensmitteln noch angeben müssen (zum Beispiel Zutaten, Allergene und Mindesthaltbarkeits- / Verbrauchsdatum), haben wir in einem Beitrag zusammengefasst.

Eine Nährwertampel als Kärtchen zum Ausdrucken und Mitnehmen sowie viele Informationen zu Dickmachern finden Sie auf unserer Ampelcheck-Seite.