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Gewürze als Urlaubs-Mitbringsel: Risiken durch Schwermetalle und Pestizide

Stand:

Die in der EU geltenden Grenzwerte können in anderen Ländern deutlich überschritten werden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei der Einfuhr in die EU entdecken Kontrolleure sowohl Keime als auch Schimmelpilzgifte und krebserregende Farbstoffe.
  • Auch Honig und ayurvedische Nahrungsergänzungsmittel können für die Gesundheit schädliche Stoffe enthalten.
  • Nicht alles darf mitgebracht werden: Für einige Lebensmittel gelten Beschränkungen oder Verbote.
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Gewürze

Zu den beliebten Urlaubs-Mitbringseln zählen aus dem Bereich der Lebensmittel vor allem Gewürze, aber auch Tee. Risiko dabei: Die für die Europäische Union EU geltenden Grenzwerte wie zum Beispiel für Pestizide können in anderen Ländern – oft auch mangels Kontrollen – deutlich überschritten werden. Bei Kontrollen von Importen in die EU sind auch 2017 wieder viele Gewürze und getrocknete Kräuter negativ aufgefallen und zurückgewiesen worden, weil sie zum Beispiel mit Schimmelpilzgiften wie Aflatoxinen und Ochratoxin Fremdkörpern und vor allem mit Keimen (Salmonellen, Coli-Bakterien) belastet waren. Auch Fremdkörper wurden gefunden. Die meisten dieser Produkte stammten aus Asien und Afrika

Aktuelle Hinweise finden Sie im Schnellwarnsystem RASFF zur Lebensmittelsicherheit.

Immer wieder einmal fallen bei der Einfuhr von Chili, Paprika, Curry und Cayennepfeffer in die EU auch verbotene Azo-Farbstoffe auf - insbesondere die krebserregenden Sudanrot, Pararot und Rhodamin. Durch diese und andere für Gewürze nicht zugelassene Farbstoffe wird eine bessere Produktqualität vorgetäuscht. Inwieweit das auch in diesen Ländern verkaufte Gewürze betrifft, ist unklar. Sensorisch sind die Beimischungen nicht festzustellen. Gefälscht wird auch bei teureren Gewürzen wie Safran, Kurkuma oder Ceylon-Zimt.

Honig

Auch Honig wird gerne mitgebracht. Manche Honigsorten können jedoch erhöhte Anteile von Wirkstoffen aus Giftpflanzen enthalten, die von den Bienen mit dem Nektar oder Pollen in den Honig eingebracht werden. So können Honige die lebertoxischen Pyrrolizidinalkaloide enthalten. Besonders betroffen davon sind Honige aus Süd- und Mittelamerika.

Honig aus der türkischen Schwarzmeerregion (Pontischer Honig, türkischer Wildhonig, bitter honey) kann hohe Grayanotoxingehalte aufweisen, die zu akuten Vergiftungserscheinungen (Schwindel, Blutdruckabfall, langsamer Herzschlag, Lähmungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) führen können. Grayanotoxine sind Pflanzengifte, die vor allem in an der türkischen Schwarzmeerküste weit verbreiteten Rhododendronarten vorkommen.

Außerdem sind allergische Reaktionen auf die "unbekannten" Pollen nicht auszuschließen. Hinzu kommt, dass vor allem Honige aus Kanada, den USA oder Südamerika Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten können, aus Südeuropa eher nicht.

Zu chronischen Bleivergiftungen nach dem Urlaub kommt es immer wieder beispielsweise durch Keramikgefäße, Gläser oder Bierkrüge aus Ferienländern. Diese eignen sich zumeist nicht, um Lebensmittel zu servieren, sondern nur als Dekoration. Auch mit Bleifarben bedruckte Plastiktaschen bergen Risiken, sofern sie in Kontakt mit Lebensmitteln kommen.

Ebenfalls hohe Schwermetallgehalte (vor allem Blei, teilweise auch Arsen) enthalten viele in Südostasien eingekaufte ayurvedische Nahrungsergänzungsmittel.

Beschränkungen und Verbote

Für etliche Lebensmittel gelten Import-Einschränkungen oder auch -Verbote:

  • Speisepilze zum privaten Verbrauch (bis 2 Kilogramm) dürfen ohne Einschränkungen eingeführt werden.
  • Die Einfuhr von Kartoffeln ist auch in geringsten Mengen grundsätzlich verboten.
  • Wegen der Gefährdung aller Störarten ist die Einfuhr von Kaviar verboten. Zum persönlichen Gebrauch sind 125 Gramm pro Person in Einzelbehältnissen erlaubt.
  • Für Fleisch und Fleischwaren sowie für Wild, Milch, Milcherzeugnisse und auch Eier bestehen wegen der Gefahr von Tierseuchen zahlreiche Beschränkungen.
  • Einschränkungen gibt es auch für Pflanzen, aus Pflanzen hergestellten Produkten und Früchte. So dürfen diese aus Asien, Nord-/Süd-Amerika, Afrika und Australien nur mitgebracht werden, wenn ein Pflanzengesundheitszeugnis des Ursprungslandes vorliegt.
  • Nahrungsergänzungsmittel (hochdosierte Vitamine, Ginsengwurzeln, Hinweise auf Behandlung von Krankheiten) fallen häufig unter das deutsche Arzneimittelgesetz – egal wie die rechtliche Lage im Ursprungsland aussieht. Der Import ist auf den üblichen persönlichen Bedarf beschränkt. Per Post ist die Einfuhr generell verboten.

Über die genauen Einfuhrbestimmungen für Lebensmittel informiert der Zoll.