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Haussitter: Wer für Schäden haftet, wenn der Nachbar die Wohnung hütet

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nicht alle Haftpflichtversicherungen zahlen ohne Widerstand, wenn bei Gefälligkeitsdiensten etwas kaputt geht.
  • Informieren Sie sich also, bevor Sie jemand anderen auf Ihre Wohnung aufpassen lassen oder das selbst für einen Nachbarn übernehmen.
  • Sie können mit Ihrem Wohnungssitter auch eine eigene Vereinbarung treffen, dass Sie für eventuelle Schäden selbst aufkommen. Bei uns finden Sie eine Vorlage.
Eine ältere Damen gießt auf einem Balkon die Blumen.
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Sie fahren in den Urlaub oder übers verlängerte Wochenende zur fernen Verwandtschaft? Dann schauen oft Nachbarn oder Freunde in der Wohnung nach dem Rechten. Sie kümmern sich um die Pflanzen, stellen den Müll raus oder füttern die Katze. Doch was ist, wenn beim Aufpassen versehentlich etwas zu Bruch geht oder das Haustier ausbüxt?

Dann stellt sich schnell die Frage, wer für den Schaden aufkommt. Und mit Versicherungen kann es bei solchen Freundschaftsdiensten leider kompliziert werden.

Manche Haftpflichtversicherung lässt es auf Streit ankommen

Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm (Urteil vom 17.11.2015, 9 U 26/15) ist der Hilfsbereite bei eventuellen Schäden unbegrenzt haftbar. Geht also etwas kaputt, springt eigentlich seine Haftpflichtversicherung ein.

Diese Sichtweise ist bei den Versicherungsunternehmen aber umstritten. Manche lehnen den Ersatz des Schadens bei so genannten Gefälligkeitsdiensten ab und lassen es auf einen Rechtsstreit ankommen. Das kann harmonische Nachbarschaftsverhältnisse belasten – passen Sie also auf, dass ein Streit über einen Schaden nicht die Freundschaft kaputt macht!

Für Freundschaftsdienste vorsorgen

Wollen Sie Haftungsfragen bei Freundschaftsdiensten im Voraus klären, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Haken Sie vor der Reise bei der Haftpflichtversicherung des Wohnungssitters nach. Ob Gefälligkeitsdienste abgedeckt sind, finden Sie manchmal schon in den Vertragsbedingungen. Steht dort nichts, lassen Sie sich von der Versicherung am besten eine schriftliche Bestätigung geben.
  • Sie können sich mit Ihrem Nachbarn auch im Vorhinein schriftlich über die nachbarschaftliche Gefälligkeit absichern. So ist für beide Seiten klar, dass der Aufpasser bei eventuellen Schäden nicht haften muss. Versicherungen bleiben dann außen vor. Sie können unsere Vorlage für eine solche Vereinbarung mit Ihrem Nachbarn nutzen.