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Dispokredit: Von Niedrigzinsen keine Spur

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Trotz historischer Niedrigzinsen zahlen Verbraucher für Dispositionskredite vielfach noch mehr als 10 Prozent Zinsen.

Da manche Banken und Sparkassen ihre Kreditzinsen mittlerweile gesenkt haben, sollten Verbraucher Angebote vergleichen und gegebenenfalls das Kreditinstitut/das Girokonto wechseln.

Dispo möglichst meiden

Wer kann, sorgt vor, um den Dispo gar nicht erst in Anspruch nehmen zu müssen. Eine kleine Liquiditätsreserve auf einem Tagesgeldkonto empfiehlt sich für jeden Haushalt. Als Faustformel gilt, dass ungefähr zwei bis drei Nettogehälter als Polster bereit gehalten werden sollten. Wer jedoch auf Grund seines Einkommens regelmäßig auf den Dispo zurückgreifen muss, sollte ein Girokonto mit entsprechend günstigen Konditionen wählen.

Hier lohnt es sich trotz des damit verbundenen Aufwands eventuell die Bank oder Sparkasse zu wechseln. Bei günstigen Angeboten liegen die Dispozinsen derzeit bei deutlich unter 8 Prozent. Bei der Auswahl können die Testergebnisse der Stiftung Warentest helfen.

Geduldete Überziehung

Will ein Kontoinhaber eine Zahlung leisten, die über sein Kontoguthaben und den eingeräumten Dispokredit hinausgeht, wäre dies eigentlich nicht möglich. Stimmt das Kreditinstitut dennoch zu, spricht man von einer geduldeten Überziehung. Die dafür verlangten Zinsen liegen deutlich über denen für einen Dispokredit.

Beispiel
Der Verbraucher möchte einen Fernseher für 2.300 Euro kaufen. Sein Guthaben auf dem Girokonto beträgt 1.000 Euro, sein Disporahmen ebenfalls. Wenn die Bank die Zahlung gestattet, besteht in Höhe der restlichen 300 Euro eine geduldete Überziehung.

Es gibt Alternativen

Alternativ kann man beim eigenen oder einem anderen Institut nach einem günstigeren Rahmenkredit fragen. Er funktioniert ähnlich wie ein Dispositionskredit. Wer dauerhaft und länger als sechs bis neun Monate und mit einer höheren Summe im Dispo steckt, sollte schnell versuchen, die Schuld in einen günstigeren Ratenkredit umzuschulden – ohne sich dabei eine Restschuldversicherung aufdrängen zu lassen. Wertvolle Hinweise zu Restschuldversicherungen und anderen Stolperfallen bei Kredit und Darlehen finden Sie in unserem Beitrag "Kredite und Darlehen: Auch beim Geldleihen lässt sich sparen".

Aber Achtung: Die Raten für den neuen Umschuldungskredit sollten Sie unbedingt aus dem normalen Kontoguthaben zahlen, ohne dabei erneut den Dispo dauerhaft in Anspruch zu nehmen.

Professionellen Rat suchen

 

Wer schon über Jahre ständig im Dispo lebt, sollte hinsichtlich der Gesamtordnung seiner Schuldensituation eine anerkannte gemeinnützige Schuldnerberatungsstelle aufsuchen. Auch hier unterstützen die Verbraucherzentralen vor Ort.

Politik unter Druck setzen

Da die Politik den Instituten bisher keine Höchstgrenze für Dispozinsen vorgeben will, sollten Verbraucher die in ihrem Bundesland gewählten Bundestagsabgeordneten und die zuständigen Ministerien darüber informieren, wie es Institute hinsichtlich der Angabe des Zinssatzes für Dispositionskredite - also mit der von der Politik geforderten Transparenz - halten. Da stellen sich zum Beispiel folgende Fragen:

  • Wie aufwendig es ist, die konkreten Zinssätze zu ermitteln?
  • Wie vieler Klicks es bedarf, um auf der Internetseite des Instituts die Zinssatzangabe zu finden oder wird dazu gar nur in der Geschäftsstelle informiert?
  • Wie deutlich ist in der Geschäftsstelle die Angabe im Preisaushang?