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Was Pflegegrade bedeuten und wie die Einstufung funktioniert

Stand:

Seit 1. Januar 2017 gibt es fünf Pflegegrade. Diese lösen die bis dahin geltenden drei Pflegestufen ab. Damit wird die Pflegebedürftigkeit nach einem anderem System bewertet.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Es gibt nun fünf Pflegegrade. Für die Berechnung der Pflegebedürftigkeit werden keine Minuten mehr gezählt, sondern Punkte vergeben.
  • Entscheidend ist, wie viel personelle Hilfe der Betroffene benötigt.
  • Geprüft werden sechs Lebensbereiche, zu denen der Gutachter zukünftig 64 Kriterien abfragen wird.
  • Bei der Einstufung wird der ganze Mensch betrachtet und auch geistige Einschränkungen werden berücksichtigt.
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Was ändert sich durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff?

Seit dem 1. Januar 2017 gilt der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff. Damit hat sich auch die Begutachtungssystematik geändert. Im Mittelpunkt steht nun, wie selbstständig jemand seinen Alltag bewältigen kann. Der Gutachter schaut sich die Fähigkeiten einer Person in verschiedenen Lebensbereichen an. Es wird nun auch danach fragen, was ein Mensch noch selbst kann und wobei er Hilfe benötigt.

Berücksichtigt werden dabei nun nicht mehr nur körperliche Beeinträchtigungen, sondern auch geistige oder psychische Einschränkungen. Hierbei wird zum Beispiel auch der Bedarf an individueller Betreuung und Beaufsichtigung bei der Tagesgestaltung berücksichtigt.

Durch die neue Begutachtung wird es auch Menschen geben, die erstmals Leistungen aus der Pflegeversicherung bekommen. Der zukünftige Pflegegrad 1 richtet sich an Personen, die noch nicht pflegebedürftig sind, aber beispielsweise bei der Körperpflege und im Haushalt teilweise Unterstützung brauchen.

Welche Pflegegrade gibt es zukünftig?

Es gibt fünf Pflegegrade. Die Pflegegrade richten sich danach, wie selbstständig jemand ist und wie viel Hilfe er benötigt. Je höher dabei der Pflegegrad ist, desto höher sind die Leistungen, die die Pflegebedürftigen erhalten.

  • Pflegegrad 1 - geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 2 - erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 3 - schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 4 - schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 5 - schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Was ändert sich bei der Begutachtung der Pflegebedürftigkeit?

Maßgeblich ist künftig, inwieweit jemand tägliche Anforderungen selbst bewältigen kann. Das Gutachten wird körperliche ebenso wie geistige und psychische Einschränkungen berücksichtigen. Die Einstufung in einen der Pflegegrade hängt davon ab, in welchem Ausmaß eine Person beeinträchtigt ist. Es gilt die Regel: Je schlimmer jemand beeinträchtigt ist, umso höher fällt der Pflegegrad aus.

Um zu bestimmen, wie selbstständig jemand noch handeln kann, werden künftig sechs Lebensbereiche betrachtet und erkennbare körperliche, geistige und psychische Einschränkungen erfasst. Diese sechs geprüften Lebensbereiche fließen mit unterschiedlicher Gewichtung in die Gesamtbewertung ein:

  • Mobilität
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten oder
  • Verhaltensweisen und psychische Belastungen
  • Selbstversorgung
  • Umgang mit Krankheits- und therapiebedingten Anforderungen
  • Gestaltung des Alltagslebens

Die Gewichtung hat sich zugunsten von Beeinträchtigungen im geistigen und psychischen Bereich verändert.

Wann liegt Pflegebedürftigkeit vor?

Die Pflegebedürftigkeit richtet sich ab 2017 nach Selbstständigkeit und Fähigkeiten. Es kommt also stärker als bisher darauf an, wie viel personelle Hilfe der Mensch in seinem Alltag benötigt und in welchen Bereichen er Einschränkungen hat.

Die Pflegebedürftigkeit ergibt sich dann daraus, wie viele Punkte in den einzelnen Bereichen bei der Begutachtung vergeben wurden:

Ausführliche Informationen zu den Pflegegraden und zu den Merkmalen, die geprüft werden, erhalten Sie beim Medizinischen Dienst der Spitzenverbände (MDS).