Stromkosten sparen im Garten

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Ein schöner Garten lädt zum Entspannen ein. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie bei der Gartenpflege Strom sparen und Sonnenenergie nutzen können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mähroboter verbrauchen nicht mehr Energie als Benzin- oder Elektromäher, sind beim Rasenmähen aber länger unterwegs.
  • Leuchten, Teichpumpen oder Wasserspiele funktionieren auch mit Solarenergie.
  • Selbst ohne Netzanschluss gibt es Möglichkeiten, um Solarstrom zu nutzen.
  • Im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon können Sie mit einem Stecker-Solargerät eigenen Solarstrom gewinnen.
  • Ein abgedeckter Pool verliert nachts weniger Wärme.
Lampen im Garten
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Rasenmähen geht auch ohne Lärm

Bei vielen Hobbygärtnern steht die Rasenpflege ganz oben auf der Agenda. Möchten Sie es dabei ruhig und bequem haben, kommt für Sie vielleicht ein Mähroboter in Frage. Die neueren Modelle mähen meist gut und navigieren sich inzwischen weitgehend problemlos übers Grün, hat die Stiftung Warentest ermittelt. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn sich der Roboter gleichzeitig mit Kindern und Tieren auf dem Rasen tummelt.

Allerdings hat der Komfort seinen Preis: Zwischen 400 und rund 1.000 Euro müssen Sie für die Anschaffung einkalkulieren. Auch wenn er deutlich häufiger und länger als ein normaler Elektro- oder Benzin-Rasenmäher unterwegs ist, benötigt ein verbrauchsgünstiger Mähroboter nicht mehr Strom. Für eine Rasenfläche von etwa 300 qm, die er 8 Monate lang täglich mäht, verbraucht ein kleiner Helfer mit einer Motorleistung zwischen 20 und 25 Watt Strom für weniger als 10 Euro im Jahr. Auf einen ähnlichen Strombedarf kommen auch kabellose Akku-Rasenmäher. Wer die Akkus mit eigenem Solarstrom auflädt, ist im Vorteil.

Möchten Sie sich und Ihren Nachbarn Ruhe gönnen, können Sie bei kleineren Flächen zudem auf den altbewährten Spindelmäher zurückgreifen. Aus energetischer Sicht ist er ohnehin unschlagbar. Denn er funktioniert nur mit Muskelkraft, verbraucht keinen Strom, hält fit und ist auch noch leise. Gleiches gilt für den guten alten Rechen, den Sie nach Möglichkeit Laubbläsern oder -saugern vorziehen sollten. Denn die meisten dieser elektrischen Geräte sind laut und ineffektiv.

Nutzen Sie Solarstrom für Licht, Teichpumpe und Akkumäher

Auf Solarstrom zu setzen, lohnt sich an vielen Stellen im Garten und auf dem Balkon. Damit können beispielsweise Leuchten, Teichpumpen oder Wasserspiele getrost im Dauerbetrieb laufen. Wichtig ist, beim Kauf auf die Leistung zu achten. So gibt es Solarlampen in vielen Ausführungen für kleines Geld. Die meisten eignen sich gut zur Hintergrundbeleuchtung oder Markierung von Wegen. Zum Lesen auf der Terrasse oder Arbeiten im Gartenhaus sollten Sie leistungsstärkere Modelle auswählen. 

Günstige Solarlampen für den Garten gibt es schon ab 1 Euro. Allerdings halten sie oft nicht lange. Ihre Lebensdauer lässt sich mit einem Tausch des Akkus (meist Typ AAA) erheblich verlängern.

Auch bei Lichtern und Pumpen für einen Solarteich oder -brunnen spielt die Leistungsfähigkeit der Solarmodule ebenso wie der Standort eine wichtige Rolle. Je leistungsfähiger das Solarmodul im Verhältnis zur Pumpenleistung ist, desto eher läuft die Pumpe auch bei wechselhaftem Wetter.

Ist das Solarmodul in den Brunnen integriert, benötigen Sie keine Kabelverbindung. Damit Sie möglichst oft Freude an den sprudelnden Fontänen haben, sollten Sie einen sehr sonnigen Standort wählen. Denn ohne Sonnenenergie fallen die Wasserspiele aus, es sei denn, Sie wählen ein Modell mit Akku. Dann können Sie die Solarenergie auch speichern und so die Betriebszeit verlängern, wenn sich die Sonne rarmacht. Diesen Akku sollten Sie pflegen, im Winter richtig lagern und bei Bedarf austauschen.

So nutzen Sie Solarstrom ohne Netzanschluss

Um Solarstrom ohne Netzanschluss nutzen zu können, bieten sich so genannte "Insellösungen“ an, wie es sie auch für Wochenendhäuser oder Wohnmobile gibt. Dabei werden Solarmodule mit einem Laderegler und einem Solarakku kombiniert, der einer Autobatterie ähnelt. Die tagsüber gespeicherte Energie kann abends Geräte mit 12 Volt Gleichspannung betreiben, zum Beispiel LED-Lampen, Radios oder Fernsehgeräte.

Ein Wechselrichter für diese Inselsysteme kann auch 230 Volt Wechselspannung bereitstellen.

Erzeugen Sie Solarstrom auf Balkon oder Terrasse

Photovoltaik funktioniert nicht nur auf dem Dach. Auch auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten können Sie eigenen Solarstrom herstellen: mit einem Stecker-Solargerät.

Die Geräte bestehen meist aus 1 oder 2 Solarmodulen und einem Wechselrichter und haben eine Nennleistung von bis zu 600 Watt (0,6 kWp). Da sie nur in eine Außen-Steckdose gesteckt werden, lassen sie sich einfach entfernen und an einem anderen Platz wieder aufstellen. Die Eignung der Steckdose und des Stromkreises sollten Sie vorher von einem Fachbetrieb prüfen lassen.

Der gewonnene Solarstrom wird direkt in den Stromkreis der Wohnung eingespeist und steht so für diverse elektrische Geräte zur Verfügung. Ohne Netzanschluss produzieren die Solargeräte aber keinen Strom. Beim Camping oder im Schrebergarten können Sie stattdessen sogenannte "Inselsysteme" mit einer Batterie und einer anderen Art von Wechselrichter nutzen.

Decken Sie Ihren Pool nachts ab

Wenn Sie sich ein eigenes „Freibad“ zulegen, sollten Sie neben den Kosten fürs Wasser auch die für Energie einkalkulieren. Denn die Umwälzpumpe für die Filteranlage wird in der Badesaison zum Dauerläufer. Kommt eine elektrische Poolheizung hinzu, wird es schnell richtig teuer: Um 1.000 Liter Wasser um 1 Grad zu erwärmen, benötigen Sie 1,16 Kilowattstunden (kWh) Energie – so viel wie für das Aufbrühen von 70 bis 80 Tassen Kaffee. Dabei fassen mobile Schwimmbäder leicht 5.000 bis 7.000 Liter Wasser, das mit 10 Grad Temperatur aus der Leitung fließt und oft auf 25 bis 30 Grad erwärmt werden soll. 

Ein so genannter "Solar-Schwimmbadabsorber" ist hier die bessere Wahl: Das Wasser fließt durch schwarze Schläuche und wird dabei von der Sonne erwärmt. Am besten schließen Sie den Solarabsorber an den Filterkreislauf der Umwälzpumpe an. Deutlich günstiger bleibt es natürlich, wenn Sie das Pool-Wasser nur von der Sonne und der Umgebungstemperatur erwärmen lassen.

Gerade im Sommer gibt es oft Whirlpools für den Garten im Angebot. Doch die kleinen Wellness-Anlagen sind echte Energiefresser. Denn nicht nur die aus hygienischen Gründen eingebaute Umwälzpumpe, auch die Heizung für das Wasser und die Massageeinrichtung verbrauchen Strom. Möchten Sie 180 mal 1 Stunde am Tag im vorgeheizten Whirlpool relaxen, sollten Sie dafür rund 470 Euro Kosten einkalkulieren. Diese Rechnung geht von einem Whirlpool mit 1.000 Litern Fassungsvermögen, einer Betriebsdauer der Umwälzpumpe (250 W) von 2 Stunden und einer Betriebsdauer der Massagepumpe (2 W) von 1 Stunde täglich an 180 Tagen aus. Und davon, dass die Ersterwärmung des Wassers nur einmal erfolgt, während in den Folgetagen nur jeweils der Wärme- und Wasserverlust des Vortages ausgeglichen werden müssen.

Tipp: Es lohnt sich, den Pool nachts abzudecken. So vermeiden Sie, dass die tagsüber gespeicherte Wärme verloren geht.

Verzichten Sie auf Heizpilze und Wärmestrahler

An windigen Tagen und kühlen Abenden bleiben Jacke und Wolldecke erste Wahl. Heizpilze und Wärmestrahler sind aus energetischer Sicht kaum zu empfehlen, denn sie erwärmen vor allem die Umgebung. Die mit Gas betriebenen Heizpilze geben viel umweltschädliches CO2 ab, und elektrische Geräte sind echte Stromfresser. 

Möchten Sie trotzdem nicht auf künstliche Wärme verzichten, sollten Sie Infrarotstrahler wählen. Sie haben den Vorteil, dass sie hauptsächlich die beleuchteten Stellen erwärmen, statt Energie sehr breit zu streuen. Aber: Energiesparer sind auch diese Geräte nicht. 

Die Strahler müssen wetterfest sein und fachmännisch montiert werden. Wählen Sie Geräte, die sich nach einer bestimmten Brenndauer selbst ausschalten. Nutzen Sie sonst eine Zeitschaltuhr.

Dieser Inhalt wurde von der Gemeinschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit den Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Thüringen für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.