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Datenschutz bei Windows 10 erhöhen

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Beim "Creators Update" werden Nutzer von Windows 10 aufgefordert, sich mit den Datenschutzeinstellungen zu befassen.
  • Wer bei der Installation vorschnell weiter klickt, ändert möglicherweise bereits vorgenommene Einstellungen.
  • Wir zeigen, wie Sie Windows 10 möglichst datensparsam verwenden.
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Das "Creators Update" ist die zweite große Erneuerung für Microsofts Betriebssystem Windows 10. Es bringt einen Vorteil: Nutzer werden nach der Installation aufgefordert, sich Gedanken über die wesentlichen Datenschutz-Einstellungen auf ihren Geräten zu machen. Auswirkungen der Einstellungen erklärt Microsoft an den jeweiligen Stellen. Schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Dienste, die Sie nicht brauchen oder deren Aktionen Sie nicht verstehen, sollten deaktiviert werden.

Wegen seiner ursprünglich umfassenden Datenübertragung haben auch Verbraucherzentralen das aktuelle Microsoft-Betriebssystem scharf kritisiert. Doch ganz verstummen kann diese Kritik nicht: Denn wer sich bei dem Update nicht mit den fünf wesentlichen Datenschutzeinstellungen befasst, erlaubt Microsoft und Windows 10 unter Umständen sehr weitreichende Einblicke in das eigene Nutzungsverhalten.

Empfohlene Einstellungen zum Start

  • Position Deaktivieren Sie diese Einstellung, wenn Sie Windows 10 nicht auf einem mobilen Gerät nutzen und standortabhängige Dienste nutzen wollen. Microsoft erklärt, dass dadurch das lokale Wetter nicht angezeigt werden könne. Tatsächlich können Sie aber in der Wetter-Anzeige im Startmenü auch händisch den Ort festlegen, für den das Wetter angezeigt werden soll. Bei der mobilen Nutzung Ihres Gerätes sollten Sie abwägen, ob Sie Microsoft Ihren Aufenthaltsort ständig bekanntgeben wollen oder möglicherweise nur dann, wenn Sie die Funktion etwa für eine Navigations-App benötigen.
  • Spracherkennung sollte deaktiviert werden, wenn Sie Ihr Gerät nicht über Sprache steuern wollen. Denn aufgenommene Sprache muss zur Erkennung an Server im Internet gesendet werden, die dem Betriebssystem antworten, was zu tun ist. Wenn Sie Ihr Gerät über Tastatur und Maus (oder Touchscreen) steuern, benötigen Sie die Sprachsteuerung nicht.
  • Diagnose Hier will Windows standardmäßig viele Informationen an Microsoft-Server senden. Unter anderem kann der Anbieter dadurch erfahren, welche Programme Sie in welchem Umfang auf Ihrem Gerät nutzen. Ändern Sie deshalb die Einstellung auf "Einfach".
  • Individuelle Benutzererfahrung mit Diagnosedaten bedeutet für Microsoft, Ihnen Tipps und Empfehlungen aufgrund Ihrer Gerätenutzung anzuzeigen. Was das genau bedeutet, erklärt das Unternehmen leider auch nicht in seinem Hilfe-Bereich.
  • Relevante Werbeanzeigen lässt Sie schließlich entscheiden, ob Sie Werbung angezeigt bekommen möchten, die Ihrem Nutzungsverhalten entspricht oder eher allgemeinen Inhalt hat. Wir empfehlen, auch diese Funktion zu deaktivieren.

Letztlich stellt sich die Assistentin Cortana vor und möchte eingerichtet werden. Aber damit sie arbeiten kann, braucht Sie jede Menge Daten von Ihnen, die zum Teil an Server von Microsoft in der ganzen Welt gesendet werden können. Wollen Sie ohne diese künstliche Intelligenz an Ihrem Gerät arbeiten, klicken Sie auf "Jetzt nicht".

Als generelle Regel sollte gelten: Dienste, die Sie nicht brauchen oder deren Aktionen Sie nicht verstehen, sollten deaktiviert werden.

Wem seine Daten wichtig sind oder wer die Entscheidungen später ändern möchte, der kann nach dem Start der neuen Windows-Version noch etliche weitere Einstellungen vornehmen. Die nötigen Schritte erklären wir in einzelnen Punkten. Klicken Sie auf die Stichworte, um die Erklärungen angezeigt zu bekommen. Durch unterschiedliche Windows-Versionen oder Geräte, können manche Bezeichnungen bei Ihnen anderes sein.

Datenschutz-Einstellungen öffnen

Klicken Sie auf das Windows-Logo unten links und danach auf "Einstellungen". Anschließend klicken Sie auf "Datenschutz". Nun gehen wir die einzelnen Menüpunkte durch:

Allgemein

Die Verwendung der Werbungs-ID sollte deaktiviert sein. Warum? Unter dieser ID wird z.B. gespeichert, für welche Produkte sich ein Nutzer am Computer interessiert und was er sich auf Internetseiten ansieht. Öffnet er dann eine App wie z.B. Twitter, wird ihm anhand der gesammelten Information in Twitter die passende Werbung angezeigt. Dadurch weiß nun auch Twitter, für welche Produkte sich der Nutzer interessiert. Der SmartScreen-Filter kann aktiviert werden, weil damit vor Internetseiten gewarnt wird, die möglicherweise schädlich sind. Allerdings kann es auch sein, dass auch vor harmlosen Seiten gewarnt wird. Informationen zum Schreibverhalten und Zugriff auf eigene Sprachlisten sollten deaktiviert sein.

Position

Mit der Positionserkennung sendet Ihr Gerät an Microsoft, wo Sie es gerade benutzen. Wenn Sie also nicht möchten, dass Microsoft weiß, wo Sie gerade sind, schalten Sie die Positionserkennung über die Schaltfläche "Ändern" aus. Ist die Erkennung bereits ausgeschaltet, wird das in einem Satz über der Schaltfläche angezeigt.

Scrollen Sie etwas herunter, können Sie mit einem Klick auf die Schaltfläche "Löschen" eventuell bisher gesendete Positionsdaten auf dem Gerät entfernen. Ob sie dadurch auch bei Microsoft gelöscht werden, ist unklar.

Falls Sie den Positionsverlauf doch aktiviert haben, können Sie beim nochmaligen Herunterscrollen einzelne Programme (Apps) festlegen, die mit Ihren Positionsdaten arbeiten dürfen oder nicht.

Kamera

Hat Ihr Gerät eine Kamera, können Sie hier festlegen, ob sie aktiv sein soll und welche Programme sie nutzen dürfen. Wichtig ist das etwa für Video-Chats wie Skype. Benötigen Sie die Kamera gerade nicht, sollte sie aus Sicherheitsgründen abgeschaltet sein. In der unteren Liste können Sie für einzelne Programme festlegen, ob sie die Kamera generell nutzen dürfen oder nicht.

Mikrofon
Auch hier können Sie wie bei der Kameraeinstellung festlegen, welche App Ihr Mikrofon verwenden darf. Brauchen Sie es gerade nicht, schalten Sie es am besten aus.
Spracherkennung, Freihand und Eingabe

Bei Apple heißt es Siri, bei Microsoft Cortana: Mit Stimme und Handschrift lässt sich der Computer steuern. Das birgt aber enorme Datenschutzrisiken: Damit Cortana überhaupt versteht, was Sie sagen, werden alle gesprochenen Worte an Server von Microsoft geschickt und dort analysiert. Von dort wird Cortana mitgeteilt, was sie machen soll. Wenn Sie Ihren Computer nicht per Sprache steuern wollen, klicken Sie auf die Schaltfläche "Kennenlernen beenden". Sollte auf der Schaltfläche nur "Kennenlernen" stehen, "lernt" Cortana gerade nicht. Das heißt aber nicht, dass das Programm abgeschaltet ist. Was Sie dazu machen müssen, lesen Sie weiter unten bei "Cortana abschalten".

Kontoinformationen
Wer bei Microsoft ein Konto besitzt, hat dort auch Informationen über sich angegeben. Sollen andere Apps darauf zugreifen dürfen? Wir empfehlen, diese Funktion abzuschalten.
Kontakte

Welches Programm darf die Daten der gespeicherten Kontakte verwenden? Die Mail-Anwendung muss es dürfen, weil sie sonst keine gespeicherten E-Mail-Adressen aus dem Kontaktverzeichnis nutzen kann. Andere Programme, vor allem solche, die Sie nicht kennen, sollten das nicht dürfen. Denn bedenken Sie: Es sind die Daten anderer Menschen, die Sie an Firmen verteilen!

Kalender

Das gleiche Spiel, wie bei den Kontakten: Hier wird eingestellt, welche App Kalendereinträge nutzen oder erstellen darf. Je nach installierter Variante von Windows 10 kann es noch weitere Einstellungsmöglichkeiten wie Anrufliste und E-Mail geben. Darin können Sie auf die gleiche Weise festlegen, welche Anwendungen jeweils Zugriff haben sollten und sollten diesen nur gewähren, wenn Sie die Anwendung kennen.

Messaging

Dieser Punkt ist eigentlich nur für Smartphones relevant, mit denen SMS und MMS verschickt und empfangen werden können. Doch er sollte deaktiviert werden - es sei denn, man möchte anderen Programmen den Zugriff auf seine Nachrichten erlauben.

Funkempfang

Den Funkempfang sollten Apps nur steuern dürfen, wenn es unbedingt nötig ist.

Um herauszufinden, welche Datenverbindungen am Computer gerade aktiv sind, klicken Sie in der Leiste unten rechts auf das Sprechblasensymbol. Um das volle Menü zu bekommen, müssen Sie evtl. noch auf "Erweitern" klicken. Aktive Funkarten sind farbig hervorgehoben. Wenn zum Beispiel das WLAN farbig ist, heißt das aber nicht, dass Sie mit einem kabellosen Netzwerk verbunden sind. Es zeigt lediglich an, dass das WLAN-Modul Ihres Gerätes aktiv ist.

Weitere Geräte

Das Synchronisieren von Daten zwischen dem Windows-10-Gerät und weiteren sollten Sie Apps nur dann erlauben, wenn Sie den Programmen vertrauen und wissen, was mit Ihren Daten geschieht.

Feedback und Diagnose

Stellen Sie die obere Auswahl auf Nie, damit Microsoft nicht automatisch und unbemerkt Ihre Nutzungsdaten abrufen kann. Die Übermittlung von Diagnose- und Nutzungsdaten lässt sich nicht komplett abschalten. Deshalb sollte hier der Grundsatz gelten: so wenig wie möglich. Also den Umfang der zu sendenden Gerätedaten auf "Einfach" setzen.

Hintergrund-Apps

Welche Programme dürfen im Hintergrund und von Ihnen unbemerkt Daten austauschen? Das können Sie hier für jede einzelne App festlegen.

Einstellungen synchronisieren

Im Menü "Datenschutz" sind wir nun fertig. Klicken Sie also oben links auf den Pfeil, der nach links zeigt. Dadurch gelangen Sie zurück zum Bereich Einstellungen.

Sie können die Einstellungen Ihres Browsers, Ihres Hintergrundbilds und einige mehr an Microsoft senden, damit auch auf anderen Geräten alles gleich ist. Wenn Sie das aber nicht brauchen oder sogar nur ein Gerät nutzen, schalten Sie die Synchronisation ab. Dazu klicken Sie auf Konten. Bei "Einstellungen synchronisieren" schalten Sie die Synchronisierungseinstellungen komplett aus.

Lokales Konto einrichten

Brauchen Sie nicht unbedingt eine Verbindung zum Microsoft-Server, können Sie Ihr Gerät auch mit einem lokalen Konto nutzen. So wird nicht bei jedem Start direkt ein Server kontaktiert. Dazu klicken Sie in den Konto-Einstellungen auf: "Stattdessen mit einem lokalen Konto anmelden". Nach der Eingabe Ihres aktuellen Passworts füllen Sie die Felder für das neue Konto aus.

Suche nach fremdem WLAN abschalten

Auch beim WLAN sollten Sie noch nachsteuern, denn standardmäßig sucht Windows immer nach neuen Netzwerken, damit Sie ins Internet können. Dadurch sendet Ihr Gerät permanent Daten aus. Zum Abstellen klicken Sie in den Einstellungen auf "Netzwerk und Internet".

Im Bereich WLAN klicken Sie unter "WiFi" auf WLAN-Einstellungen verwalten. (Sollten Sie bereits das "Anniversary Update" installiert haben, müssen Sie nichts anklicken, sondern finden die Einstellungen des folgenden Bildes schon auf dieser Ebene.) Schalten Sie die Verbindungen mit öffentlichen Hotspots und anderen Netzwerken aus.

Weshalb ist Datensparsamkeit allgemein wichtig? Nicht nur Werbung, sondern auch Vertragskonditionen, Preise und Rabatte können grundsätzlich an die Konsum- und Verhaltensprofile angepasst werden. In der Folge werden Verbraucher am Markt ungleich behandelt, was die Suche nach günstigen und geeigneten Angeboten erschweren kann.