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Generalschlüssel verloren: Drohende Kosten bis zum Preis eines Kleinwagens

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Bei einem solchen Verlust helfen die üblichen Versicherungen gar nicht oder nur unbedeutend. Als Schutz bieten sich spezielle Haftpflichtpolicen an.

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Wer einen Generalschlüssel - etwa für die Schließanlage eines Mehrfamilien-Hauses oder einer Schule - verliert, muss mit hohen Kosten rechnen. So schlug etwa der Austausch aller Schlösser an einem Gymasium inklusive 80 neuer Schlüssel für das Kollegium mit 14.000 Euro zu Buche. Als Schutz bieten sich spezielle Haftpflichtpolicen an.
Jedes Jahr gehen deutschlandweit rund 800.000 Schlüssel verloren. Insgesamt entsteht so nach Berechnungen der VdS Schadenverhütung, einer Tochter des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, Jahr für Jahr ein Schaden von fast 100 Millionen Euro.

Manche Versicherungen nutzen wenig

Auf die Hausratversicherung können sich Betroffene nicht verlassen: Sie kommt nur für den Ersatz des persönlichen Hausschlüssels zum Beispiel nach einem Raub auf, nicht aber für fremde und dienstliche Schlüssel, die man verloren hat. Auch Wohnungsschutzbriefe helfen kaum weiter: Ist der Türöffner weg, organisiert und bezahlt die Versicherung bei dieser Police zwar den Schlüsseldienst – allerdings nicht die Kosten für neue Schlösser. Nicht mal die meisten privaten Haftpflichtversicherungen reichen aus: Der Verlust von fremden Schlüsseln ist darin nicht immer mit abgesichert.
Deshalb empfiehlt sich für jeden, der einen Generalschlüssel mit sich herumträgt, zu überprüfen, ob und bis zu welcher Höhe der Verlust in seiner privaten Haftpflicht-Police abgesichert ist. Fehlt ein ausreichender Schutz, ist eine zusätzliche Versicherung nötig.
Wer etwa die Schließanlage eines Mehrfamilienhauses oder Bürogebäudes entriegeln kann, sollte eine Police abschließen, die bei einem Verlust mindestens den möglichen Schaden erstattet. Das gleiche gilt, wenn man fremde, private Schlüssel am Bund trägt – etwa weil man gelegentlich in der Nachbarwohnung die Blumen gießt.

Blick in die Haftpflicht-Police

Die einfachste Möglichkeit ist, eine bestehende Haftpflichtversicherung um den entsprechenden Schutz aufzustocken. Dafür verlangen einige Versicherer jährlich 10 bis 15 Euro zusätzlich, teilweise mit einer Selbstbeteiligung.
In einigen Haftpflicht-Policen ist der Schutz automatisch enthalten - und das oftmals ohne Selbstbeteiligung. Wer sich für einen Tarif mit Selbstbeteiligung entscheidet, zahlt zwar geringere Beiträge, muss aber einen Teil der Kosten übernehmen. Weil die Ersparnis relativ gering ist, Schadensfälle aber häufiger vorkommen können, ist eher eine private Haftpflichtversicherung ohne Selbstbeteiligung empfehlenswert.

Schnelle Reaktion unerlässlich
In jedem Fall sollte jeder, der einen Schlüssel vermisst - etwa weil ihm die Handtasche geklaut wurde - schnell reagieren: Wenn ein Einbrecher damit kurz darauf die Wohnung ausräumt, haftet die Hausratversicherung nicht.