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Tickets zum Selberausdrucken: Eventims "print@home"-Gebühr unzulässig

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Elektronisch zugeschickte Eintrittskarten zu Hause zu drucken, darf nichts zusätzlich kosten.
  • Das hat der Bundesgerichtshof geurteilt – es ging um den Händler Eventim.
  • Nach unserer Ansicht muss Eventim nun zu Unrecht erhobene Entgelte für "ticketdirect" zurückzahlen. Betroffenen bieten wir einen Musterbrief.
Karten von Eventim
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Ticketkäufer haben bei Internet-Bestellungen von Eintrittskarten für Konzerte, Sportevents oder andere Veranstaltungen häufig und über eine Vielzahl von Anbietern hinweg eine "print@home"-Option zur Auswahl. Hierbei werden die Tickets nicht per Brief zugeschickt, sondern nach elektronischer Übermittlung, zum Beispiel per E-Mail, am heimischen Rechner ausgedruckt. Eventim, Marktführer in der Ticketvermittlung, verlangt bisher für diese "ticketdirect"-Option pauschal eine "Servicegebühr" in Höhe von bis zu 2,50 Euro – und das, obwohl für die Übermittlung weder Porto- noch Materialkosten anfallen.

Der BGH hat nun in letzter Instanz zu Gunsten der Verbraucherzentrale NRW entschieden und die Revision von Eventim zurückgewiesen (AZ. III ZR 192/17).

Nach unserer Ansicht sind nun zu Unrecht erhobene Entgelte für "ticketdirect" durch Eventim an die Kunden zurückzuzahlen. Zusätzlich finden Betroffenen hier auch einen Musterbrief, mit dem sie zur Rückzahlung auffordern können. Das Urteil hat aus unserer Sicht grundsätzliche Bedeutung und betrifft marktweit auch weitere Anbieter, die pauschal Geld im Zusammenhang mit dem Selbstausdrucken von Eintrittskarten verlangen.

Die Entgelte können seit dem Jahr 2015 zurückverlangt werden. Entsprechende Rückzahlungsansprüche verjähren nämlich erst nach drei Jahren zum Jahresende.