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Herzlich willkommen im neuen Internetauftritt der Verbraucherzentrale! Wir haben viel getan - hier stellen wir die Neuerungen vor.

Unwetterschäden - was tun?

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Überflutete Keller, zerstörte Dächer und kaputte Autos: In Baden-Württemberg haben heftige Unwetter gewütet. Die Verbraucherzentrale informiert, welche Versicherung für welchen Schaden aufkommt und was Verbraucher bei der Schadensmeldung beachten sollten. Darüber hinaus finden Betroffene erste Informationen für die Beauftragung von Handwerkern, damit bei der Beseitigung der Schäden kein neuer Ärger entsteht.

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Welche Schäden sind wo versichert?

 

 

Schäden am Haus (Dach, Fenster, Keller) können etwas für die Wohngebäudeversicherung sein. Schäden am Hausrat, also alles was im Haus ist und nicht fest mit dem Haus verbunden ist und herausgetragen werden könnte, werden ein Fall für die Hausratversicherung. Allerdings sind Schäden durch Überschwemmung und Rückstau nur dann versichert, wenn auch die Absicherung bei Elementarschäden zusätzlich vereinbart ist! Häufig ist dies der Fall, oft aber auch nicht. Es reicht also nicht aus, wenn nur die Standardgefahren Feuer, Sturm/Hagel und Leitungswasser mitversichert sind.

Schäden an Kraftfahrzeugen durch Überschwemmung und Hagel sind von der Teilkaskoversicherung umfasst.

Wie unterscheiden sich die Gefahren?

Überschwemmung: Schäden entstehen dadurch, dass ein stehendes oder fließendes Gewässer über die Ufer tritt oder dass ein Grundstück durch starken Regen unter Wasser gesetzt wird.

Rückstau: Nach einem Starkregen kann die Kanalisation die große Regenmenge nicht mehr aufnehmen. Die braune Brühe sucht sich einen Ausweg und findet den im Keller der nächstliegenden Häuser oder gelangt durch sanitäre Einrichtungen in die Wohnung.

Was sollten Betroffene jetzt tun?

  1. Schaden mindern, soweit möglich: Wenn ein paar Ziegel vom Dach geweht wurden, sollten Verbraucher dieses notdürftig abdichten. Wenn der Keller mit Wasser vollgelaufen ist, sollte schon mit dem Ausschöpfen begonnen werden
  2. Den Versicherer kontaktieren und nach Anweisungen zum weiteren Vorgehen fragen. Beispielsweise wird der Versicherer sagen, ob Verbraucher selbst gleich einen Handwerker beauftragen sollen oder ob er erst jemand vorbeischicken will. Äußerungen des Versicherers sollten Betroffene sich unbedingt auch schriftlich geben lassen.
  3. Dokumentieren: Mit Fotos und/oder Video Schäden möglichst detailliert festhalten. Vorerst keine beschädigten Sachen wegwerfen.
  4. Oft wird der Versicherer einen "Regulierer" vorbeischicken, der sich den Schaden anschaut: Versicherungsnehmer sollten wissen, dass dieser kein unabhängiger Gutachter ist, sondern vom Versicherer bezahlt wird und dessen Interessen vertritt.
  5. Reparatur und Beseitigung der Schäden: Um Ärger oder Missverständnisse mit dem Handwerker zu vermeiden, sollte der Auftrag so genau wie möglich erteilt werden. Es ist wichtig, den Auftragsumfang, den Ausführungstermin und die Vergütung verbindlich, am besten schriftlich, zu regeln. Thema Kostenvoranschlag: Auch, wenn die Zeit drängt, ist es sinnvoll, mehrere Kostenvoranschläge einzuholen. Diese sollten möglichst detailliert die Leistungen und benötigten Materialien enthalten

Wie wichtig ist der Einschluss von Elementarschäden?

Das Unwetter hat gezeigt, wie wichtig es oft ist, dass auch Elementarschäden sowohl in der Wohngebäudeversicherung als auch in der Hausratversicherung mitversichert sind. Dabei sollten Verbraucher unbedingt darauf achten, dass auch die Gefahr Rückstau mitversichert ist. Denn nahezu überall kann es passieren, dass durch Starkregen die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr verkraftet und die braune Brühe in den Keller oder durch sanitäre Anlagen ins Haus kommt.

Was kann man vorbeugend in Bezug auf Versicherungen tun?

Auch wenn man vom Unwetter aktuell nicht betroffen ist: Verbraucher sollten in eigenen Wohngebäude- und Hausratversicherungsbedingungen nachschauen, ob Elementarschäden – inklusive der Gefahr Rückstau - versichert sind. Wer unsicher ist, kann seinen Versicherer anschreiben und sich schriftlich bestätigen lassen, dass Versicherungsschutz besteht.

Kann der Versicherer den Vertrag kündigen?

Nach der Beratungserfahrung der Verbraucherzentrale nutzen Versicherer auch und gerade in wichtigen Versicherungssparten wie der Wohngebäudeversicherung die Möglichkeiten der Kündigung des Vertrags: Im Schadensfall wird den Versicherungsnehmern außerordentlich gekündigt oder sie bekommen die Kündigung zum Ablauf der meist einjährigen Versicherungslaufzeit. Nach einer Kündigung durch den Versicherer haben Verbraucher oft einen hohen Suchaufwand, um einen gleichwertigen Vertrag bei einem anderen Versicherer abzuschließen. Wenn ein Versicherer droht den Vertrag zu kündigen, sollten Betroffene versuchen auszuhandeln, dass sie stattdessen selbst kündigen. Das kann die anschließende Vertragssuche erleichtern. Die Verbraucherzentrale sammelt Fälle von Kündigungen nach Schadensmeldung und ist bei der Suche nach einem neuen Versicherer behilflich.

 

 

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