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So können sich Haushalte selbst mit Energie versorgen

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Häuser, die ihren Strom selbst produzieren? Das geht - beispielsweise mit Solaranlagen, kleinen Blockheizkraftwerken, Kleinwindanlagen und Stromspeichern. Fragen und Antworten zum Thema.

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Dr. Johannes Spruth ist Diplom-Physiker und seit vielen Jahren Energieberater bei der Verbraucherzentrale. In seinem neuen Ratgeber "Strom und Wärme - Wege zum energieautarken Haus" schildert er, wie sich Haushalte selbst mit Energie versorgen können. Wir haben ein paar Fragen zum Thema.

Ein Haus, das seine Energie selbst erzeugt? Geht sowas überhaupt zu hundert Prozent?
Das geht grundsätzlich, ist allerdings recht aufwendig. Bei einem völlig energieautarken Haus "ernten" die Bewohner alle Energie, die sie brauchen, auf dem eigenen Grundstück. Für unseren neuen Ratgeber haben wir verschiedene Techniken und Kombinationen für drei Beispielfamilien durchgerechnet. Dabei zeigte sich, dass bei Strom und Wärme zusammen realistisch eine Eigenversorgungsquote von 90 Prozent drin ist. Beim Strom allein allerdings macht eine große Solaranlage mit passendem Batteriespeicher schon fast vollständig unabhängig.

Warum ist das interessant für Hausbesitzer?
Im Idealfall kommt dann gar keine Energierechnung mehr! Und: Die Umwelt wird entlastet, weil erneuerbare Energien genutzt werden. Und auch die Sicherheit ist ein Punkt: Stromausfälle betreffen ein energieautarkes Haus nicht.

Ist das denn wirtschaftlich machbar oder nur etwas für Überzeugungstäter?
Diese ganz großen Anlagen rechnen sich tatsächlich allenfalls unter extrem günstigen Bedingungen über ihre gesamte Lebensdauer. Für 60-prozentige Stromautarkie aber reichen bereits wesentlich kleinere Anlagen. Die amortisieren sich schneller. Je nach Strompreisentwicklung können sich manche schon nach zwölf Jahren bezahlt machen!

Und ist das nur etwas für Einzelkämpfer oder hilft das auch der Allgemeinheit?
Die Allgemeinheit kann durchaus profitieren, wenn Batteriespeicher abhängig von Wettervorhersagen geladen werden. Das verringert die berüchtigten Einspeisespitzen in der sonnenreichen Mittagszeit, was die Netze entlastet. Dadurch wird weniger Netzausbau nötig, der über die Strompreise finanziert wird. Das entlastet alle Stromkunden.

Der neue Ratgeber "Strom und Wärme - Wege zum energieautarken Haus" von Dr. Johannes Spruth kostet 19,90 Euro (als E-Book 15,99 Euro) und ist erhältlich im Buchhandel, in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale und online im Ratgeber-Shop.