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Kaum Wasabi in Wasabi-Produkten

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ob Pasten, Würzmischungen, Erdnüsse oder Erbsen:– Wasabi macht sie grün und scharf. Doch tatsächlich ist kaum echter Wasabi in entsprechenden Produkten zu finden.
  • Vermutlich wegen des geringen gehalts an Wasabi werden Produkte mit Farbstoffen versehen.
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Auf der Vorderseite von Verpackungen wird Wasabi meist groß angepriesen. Der Japanische Meerrettich sorgt für Schärfe und grüne Farbe, weshalb meistens auch die Packungen von Wasabi-Produkten mit japanischen Zeichen und in Grüntönen gestaltet sind.

Umso erstaunlicher ist es, dass kaum Wasabi in entsprechenden Waren eingesetzt wird: Bei zehn Produkten, die im Rahmen eines Marktchecks der Verbraucherzentrale NRW und der WDR-Servicezeit 2016 unter die Lupe genommen wurden, lag der Wasabi-Anteil gerade mal bei 0,003 bis 3,5 Prozent. Den Hauptbestandteil machten weißer Meerrettich und teilweise Senfsaat oder Senfaroma aus. Bis heute hat sich daran nicht viel geändert.

Farbstoffe fürs Grün

Zusätzlich werden die Lebensmittel, vermutlich wegen des geringen Gehalts an echtem grünen Wasabi, mit Farbstoffen grün eingefärbt. Da wäre zum einen E 141: Kupferhaltige Komplexe der Chlorophylle und Chlorophylline. Das künstlich angereicherte Kupfer verbessert die Farbstabilität. Zum anderen werden E 140 (Chlorophylle und Chlorophylline) oder auch E 133 (Brilliantblau FCF) verwendet.

Eigentlich sollte bereits aus dem Produktnamen auf der Frontseite der Verpackung deutlich hervorgehen, woraus das Produkt besteht, beispielsweise mit einer Bezeichnung wie: "gefärbte Meerrettich-Paste mit 1 % Wasabi".

Bereits 2009 gab es ein Gerichtsverfahren aufgrund eines irreführenden Wasabi-Produktes. Das Landgericht München II (1HK O 4243/09) hatte, nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands, der Firma Kattus verboten, für Wasabi-Erbsen zu werben, obwohl das Produkt gar kein Wasabi enthielt. Die getrockneten Erbsen enthielten lediglich Wasabi-Aroma. Daher liege eine irreführende und damit unzulässige Produktbezeichnung vor, entschieden die Münchener Richter. Kattus hatte vergeblich damit argumentiert, von einer Täuschung der Verbraucher könne keine Rede sein, weil hierzulande kaum jemand wisse, was Wasabi ist.