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Hohe Erwartungen an vegetarische und vegane Ersatzprodukte

Stand:

Eine nicht repräsentative Umfrage der Verbraucherzentralen mit fast 6000 Teilnehmern zeigt: Die Zutatenliste ist der wichtigste Anhaltspunkt für Verbraucher.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Ergebnisse einer nicht repräsentativen Umfrage der Verbraucherzentralen: Vor allem jüngere Menschen ernähren sich vegan oder vegetarisch.
  • Die Hauptgründe für den Kauf der Ersatzprodukte sind Tierschutz, Ethik und Gesundheit.
  • Vegetarier, Flexitarier und Mischköstler lehnen Spuren tierischer Bestandteile in den Ersatzprodukten ab. Die Mehrheit der Veganer stören diese Spuren allerdings nicht.

Verbraucher haben hohe Ansprüche an die Inhaltsstoffe und Kennzeichnung von vegetarischen und veganen Alternativen wie Seitan-Würstchen, Lupinen-Eis oder Tofu-Burgern. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Online-Umfrage der Verbraucherzentralen mit fast 6000 Teilnehmern.

Knapp drei Viertel der Umfrageteilnehmer gaben eine überwiegend vegetarische oder vegane Ernährungsweise an. Die Gesamtergebnisse spiegeln also vor allem die Meinung dieser Verbrauchergruppen wider und sind nicht repräsentativ.

In vegetarischen Lebensmitteln erwarten 99 Prozent der Befragten kein Fleisch, 93 Prozent keinen Fisch und 88 Prozent auch keine Zutaten vom geschlachteten Tier (ein Beispiel dafür ist Lab, das aus Kälbermägen gewonnen und zum Beispiel bei der Käseherstellung verwendet wird).

Die Mehrheit der Befragten lehnt Spuren tierischer Bestandteile in den so genannten Ersatzprodukten ab. Zudem sind viele vegane und vegetarische Produkte mit einer Vielzahl von unterschiedlichen und für Verbraucher nicht immer transparenten Siegeln gekennzeichnet. 90 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie sich kaum an Siegeln orientieren. Die meisten Verbraucher schauen auf die Zutatenliste.

In Abhängigkeit vom Alter fällt auf, dass sich vor allem jüngere Konsumenten vegan ernähren (55 Prozent der bis 30-jährigen Befragten). Der Anteil der Veganer nimmt in den höheren Altersgruppen immer mehr ab.

Es gibt zahlreiche Ernährungsweisen. Die Umfrage zeigt vier wichtige Gruppen:
  • Veganer: Verzichten auf Fleisch und Fisch sowie tierische Erzeugnisse.
  • Vegetarier: Verzichten auf Fleisch und Fisch, essen aber Erzeugnisse vom lebenden Tier wie Eier und Milchprodukte.
  • Flexitarier: Essen wenig Fleisch und Fisch.
  • Mischköstler: Essen alles bunt gemischt, also auch Fleisch, Fisch und tierische Erzeugnisse.

Stimmt die Zusammensetzung der Produkte mit den Erwartungen überein?

Die Verbraucherzentralen nehmen das Resultat der Umfrage zum Anlass für einen Marktcheck. Dabei werden wir vegetarische und vegane Ersatzprodukte besonders im Hinblick auf die Spurenkennzeichnung, ihren Gesundheitswert sowie die Kennzeichnung der Haltungsform bei tierischen Zutaten wie Eiklar untersuchen. Die Verbraucherzentralen wollen wissen, ob die Rezepturen die hohen Erwartungen erfüllen.

Wichtige Erkenntnisse der Umfrage sind:

Vegetarische und vegane Ersatzprodukte liegen im Trend

Die überwiegende Mehrheit der Befragten haben schon einmal Fleischersatzprodukte probiert. Nicht nur Veganer (99 Prozent) und Vegetarier (96 Prozent), auch 82 Prozent der Flexitarier und 62 Prozent der Mischköstler haben diese schon gekauft. Am beliebtesten sind bei den Umfrageteilnehmern Fleisch- und Wurstersatz, Brotaufstriche sowie Milchersatzprodukte.

Hauptgründe: Tierschutz, Ethik und Gesundheit

Die wesentlichen Kaufmotive für Alternativprodukte waren der Tierschutz (42 Prozent), ethische Gründe (28 Prozent) sowie die Gesundheit (11 Prozent). Die Priorität der Beweggründe für den Kauf von Ersatzprodukten unterschied sich jedoch je nach Ernährungsweise stark.

Während Veganer und Vegetarier den Tierschutz (44 bzw. 51 Prozent) und ethische Gründe (36 bzw. 27 Prozent) am wichtigsten fanden, spielte für Flexitarier zusätzlich noch der gesundheitliche Aspekt eine Rolle. Für Mischköstler war die Gesundheit das wesentliche Kaufmotiv für Ersatzprodukte.

Viele Veganer stören unbeabsichtigte Spuren nicht

Die Umfrageteilnehmer wurden auch gefragt, ob ihrer Meinung nach Ersatzprodukte unbeabsichtigte Spuren von tierischen Lebensmitteln wie z. B. Fisch oder Milch enthalten dürften. Zwar stören solche Spuren eine knappe Mehrheit (54 Prozent) der Veganer nicht, bei den Vegetariern ist die Ablehnung jedoch umso deutlicher (74 Prozent). Auch bei Flexitariern und Mischköstlern ist eine deutliche Mehrheit (69 bzw. 60 Prozent) gegen unbeabsichtigte Spuren.