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Besserer Zins? Vorsicht bei Angeboten der Bausparkasse!

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Neues Lockangebot bei gut verzinsten Bausparverträgen: Kunden der Badenia sollen nach dem Willen der Bausparkasse ihren Tarif noch im Jahr 2016 umstellen. Der versprochene Zins lohnt aber für die meisten nicht!

Das Wichtigste in Kürze:

  • Neue Masche um alte Bausparverträge: Die Badenia bietet Kunden bis Jahresende den Wechsel in einen "günstigeren Zins".
  • Gemeint ist allerdings nicht der für den Sparvertrag. Und das Darlehen wollen viele Kunden gar nicht nehmen – sie erhalten dann aufs Guthaben künftig weniger Geld.
  • Wir raten: Bei Angeboten zu einem laufenden Bausparvertrag sollten Sie immer skeptisch sein.
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Der Vertrag läuft seit einigen Jahren und plötzlich kommt ein Schreiben der Bausparkasse ins Haus: Jetzt sei ein günstigerer Zins möglich. Sie sollen sich schnell entscheiden, um bis zum 31.12.2016 hohe Umstellungsgebühren zu sparen. Bei den Verbraucherzentralen melden sich derzeit mehrere Verbraucher mit diesem merkwürdigen Angebot, verschickt von der Badenia.

Für die meisten Bausparer mit solchen Altverträgen ist das aber nicht lukrativ, im Gegenteil: Gehen sie darauf ein, verlieren sie einen guten Zins für Ihr Erspartes.
Der Hintergrund: Die Bausparkassen versuchen seit längerem, alte Verträge los zu werden. In der langen Niedrigzinsphase ist es für sie teuer, die früher versprochenen, oft guten Zinsen zu zahlen. Nach einer Welle von Kündigungen und Lockangeboten wie Festgeld, einem vermeintlichen Zinsturbo, Prämiensonderzahlungen und Verrechnungschecks kommt jetzt eine neue Variante ins Spiel: Alte Verträge, die kurz vor der Zuteilung stehen, sollen auf aktuelle Tarife mit einem vermeintlich günstigen Zins umgestellt werden.

Der Zins fürs Guthaben wird sehr viel schlechter

Der gilt allerdings nur fürs mögliche Darlehen. Viele, die ein solches Angebot bekommen haben, wollten aber noch gar keins aufnehmen. Der angebotene Tarifwechsel hilft ihnen also nicht. Und der gut verzinste Bausparvertrag (z.B. mit 2,5 Prozent Guthabenzins) ist dann weg, der neue Tarif bietet nur noch 0,25 Prozent Guthabenzins. Den bisherigen Zinssatz wird es bei gleichen Bedingungen auf absehbare Zeit nicht mehr geben.

Selbst der von der Badenia angebotene, neue Darlehenszins ist mit 3,15 Prozent auch nicht gerade attraktiv, erklärt die Verbraucherzentrale Bremen.

Wenn Ihnen Ihre Bausparkasse ein Angebot zu einem vor Jahren geschlossenen Vertrag macht, sollten Sie immer vorsichtig sein. Insbesondere, wenn auch noch Druck zu einer schnellen Entscheidung aufgebaut wird. Die Anbieter haben kein Interesse daran, Ihnen ungefragt einen besseren Tarif anzubieten. Wir raten dringend zur Prüfung solcher Angebote durch eine unabhängige Stelle, zum Beispiel bei den Verbraucherzentralen. Die Nachteile sind nicht immer sofort erkennbar.

Guthaben können Sie als Eigenkapital nutzen

Für Darlehen bekommen Kunden bei Banken und Sparkassen derzeit übrigens oft bessere Zinskonditionen als die 3,15 Prozent aus dem Badenia-Schreiben. Und sollten Sie tatsächlich gerade überlegen, ob Sie größere Summen leihen wollen, können Sie das bisherige Guthaben aus dem Bausparvertrag dabei auch als Eigenkapital gut verwenden.