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Achtung, Bausparer! Mahnung und Kündigung per elektronischer Nachricht

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Bausparkasse Schwäbisch Hall stellt in bestimmten Fällen Mahnungen lediglich über die "digitale Postbox" zu. Verbraucher werden darin aufgefordert, angeblich rückständige Bausparbeiträge innerhalb einer sechs monatigen Frist nachzuzahlen. 
  • Nach Fristablauf und bei fehlender Nachzahlung kündigte die Bausparkasse die Verträge – ebenfalls nur mittels Zustellung ins elektronische Postfach.
  • Haben Sie auch eine Mahnung oder Kündigung über Ihre digitale Postbox bekommen, helfen Ihnen die Berater der Verbraucherzentrale.
Mann sitzt vor dem Laptop
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Der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg liegen Beschwerden über die Bausparkasse Schwäbisch Hall vor. Der Anbieter hat Mahnungen über rückständige Regelspar-Raten lediglich über die "digitale Postbox" zugestellt.

In den elektronischen Schreiben wurden Verbraucher aufgefordert, angeblich rückständige Bausparbeiträge nachzuzahlen. Nach einer Frist von sechs Monaten folgte dann die Kündigung des Vertrags, sofern die angeblich rückständigen Raten nicht bezahlt wurden. Auch von der Kündigung erfuhren die Betroffenen zunächst nur über ihr elektronisches Postfach. Verbraucher berichteten, dass sie die elektronisch zugestellte Zahlungsaufforderung nie erhalten hätten und waren von der schließlich auch per Post zugestellten Benachrichtigung über die bereits erfolgte Kündigung überrascht.

Digitale Postbox: nie beantragt?

Die Bausparkasse bezieht sich auf Nutzungsbedingungen für das Online Service-Portal "Mein Konto". Dort heißt es: "Dokumente, die in der digitalen Postbox zum Abruf bereitgestellt werden, gelten als zugestellt und werden nicht mehr postalisch an den Nutzer versandt. Mit Akzeptanz dieser Nutzungsbedingungen verzichtet der Nutzer auf einen postalischen Versand der Dokumente." Ferner heißt es: "Der Nutzer wird über neu eingestellte Dokumente durch eine Nachricht an seine im Postfach hinterlegte E-Mail-Adresse benachrichtigt."

Zwar schildern die betroffenen Verbraucher, dass sie sich vor vielen Jahren zur Online-Vertragsauskunft angemeldet hätten. Eine Zustellung in die digitale Postbox sei jedoch nie beabsichtigt oder beantragt worden. Die Kontoauszüge seien bis 2016 auch noch per Brief zugestellt worden. 

Sind Sie Kunde der Bausparkasse Schwäbisch Hall und haben länger keine Briefpost mehr erhalten? Dann raten wir, Ihre Unterlagen zu prüfen und gegebenenfalls vorsorglich schriftlich der digitalen Postbox ab sofort zu widersprechen.

Hat Ihnen die Bausparkasse ebenfalls auf diese Art und Weise gekündigt, können wir im Rahmen unserer Rechtsberatung prüfen, wie wir Sie unterstützen können.