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WhatsApp wegen Datenaustauschs mit Facebook abgemahnt

Stand:

Die Experten des Marktwächters Digitale Welt halten die neuen Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen von WhatsApp zu großen Teilen für unzulässig.

Das Wichtigste in Kürze:

  • WhatsApp und Facebook tauschen seit Ende August 2016 Daten ihrer Nutzer aus.
  • Dem Schritt sollen WhatsApp-Nutzer binnen 30-Tage-Frist zustimmen - sonst lässt sich der Messenger nicht mehr nutzen.
  • Der Verbraucherzentrale Bundesverband hält das Vorgehen für unzulässig. Er mahnt WhatsApp ab, eventuell folgt eine Klage.
Smartphone mit Logos WhatsApp und Facebook
Datenaustausch zwischen Facebook und WhatsApp
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WhatsApp will Daten seiner Nutzer wie etwa Handynummern an den Mutterkonzern Facebook übertragen – unabhängig davon, ob die Nutzer ein Facebook-Konto haben oder nicht. Die Experten des Marktwächters Digitale Welt halten diesen Schritt zu großen Teilen für unzulässig. Das Marktwächterteam des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) hat WhatsApp deshalb abgemahnt.

Update vom 30.01.2017: Klage eingereicht

Das Unternehmen hat nach Aufforderung keine Unterlassungserklärung abgegeben. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat darum inzwischen wegen des Datenaustauschs Klage gegen WhatsApp eingereicht.

Hintergrund: Bis zum 25. September will sich WhatsApp das Okay der Nutzer zu den geänderten Bestimmungen einholen. Verbraucher sollten sich das gut überlegen, denn die geänderten Nutzungsbedingungen sind problematisch. Sie legen schließlich fest: Nur wer seine Daten zur Weitergabe an Facebook freigibt, kann WhatsApp künftig weiter nutzen.

Darüber hinaus nutzt WhatsApp eine voreingestellte Einwilligungserklärung, damit Facebook die Daten auch für Werbung nutzen darf. Diese ist nach Ansicht der Marktwächterexperten rechtswidrig. Was bereits mit einem Häkchen versehen ist, wird oft unbewusst abgenickt. Verbraucher müssen ganz bewusst ihr Okay dazu geben können, dass ihre Daten weitergegeben werden.

Nicht nur WhatsApp-Nutzer sind betroffen

Auch die Daten von Verbrauchern, die mit ihrer Telefonnummer im Telefonbuch eines WhatsApp-Nutzers gelistet sind, leitet WhatsApp an die Facebook-Unternehmensgruppe weiter. Und das ohne Wissen oder Einwilligung der Betroffenen. Dies hält der Marktwächter Digitale Welt im Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) neben anderen Vertragsbestimmungen für unzulässig. Der vzbv hat das Unternehmen deshalb abgemahnt.

Bis zum 21. September 2016 hatte der Betreiber des Messenger-Dienstes Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben und die abgemahnten Verstöße einzustellen. Bislang ist keine bei uns eingangen, die Marktwächterexperten prüfen nun weitere Schritte. Möglich ist das durch ein erweitertes Verbandsklagerecht, das der vzbv Anfang dieses Jahres erkämpft hat.

Es gibt Messenger-Apps, die deutlich weniger Daten erheben

Wegen der datenschutzrechtlichen Bedenken bei der Nutzung von WhatsApp weisen die Verbraucherzentralen auf andere Messenger hin. Die Verbraucherzentrale NRW hat sich die Datenschutzerklärungen von sechs WhatsApp-Alternativen angeschaut.

Neue Nutzungsbedingungen: Widerspruch nicht möglich

Verbraucher, die den Messenger-Dienst weiter nutzen wollen, können nicht widersprechen, dass ihre Daten an die Facebook-Unternehmensgruppe – unter anderem auch Instagram – weitergegeben und genutzt werden. Sie können lediglich verhindern, dass ihre Daten für personalisierte Werbung auf Facebook verwendet werden. Mehr dazu haben wir in einem eigenen Beitrag aufgeschrieben.

WhatsApp selbst schreibt: "Der Respekt für deine Privatsphäre ist in unseren Genen programmiert". Für Christopher Kunke, Jurist aus dem Marktwächter-Team Nutzergenerierte Inhalte in der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, steht fest: "WhatsApp wirbt in seinen AGB damit, die Privatsphäre der Nutzer schützen zu wollen. Doch davon kann unserer Ansicht nach spätestens seit den neuen Nutzungsbedingungen keine Rede mehr sein."